Punktfunk vs. Sunshine + Moonlight: ein ehrlicher Vergleich
Sunshine + Moonlight ist der beliebte Open-Source-Stack fürs Self-Hosted-Streaming. Wo sich Punktfunk unterscheidet — Virtual Displays, HDR, native Clients, Rust-Transport — und wo Sunshine weiter vorn liegt.
Sunshine (der Host) und Moonlight (der Client) sind der De-facto-Open-Source-Stack fürs selbstgehostete Game-Streaming: ausgereift, kostenlos und zu Recht beliebt. Warum dann überhaupt Punktfunk? Hier ein ehrlicher, konkreter Vergleich für alle, die einen Wechsel abwägen — ohne Bashing, denn dieser Stack ist hervorragend.
Was Sunshine + Moonlight richtig machen
- Eine riesige, aktive Community und jahrelange Praxiserprobung.
- Moonlight-Clients auf nahezu allem — Smartphones, TVs, Konsolen, Browser, alte Geräte.
- Ein solides, gut verstandenes Protokoll (NVIDIAs GameStream, reverse-engineered).
- Kostenlos, Open Source — und einmal eingerichtet läuft es für die meisten einfach.
Wenn dein Setup auf Sunshine und Moonlight schon top läuft, gibt es keinen Grund zur Eile.
Wo sich Punktfunk unterscheidet
Einrichtung und Virtual Displays
Sunshine hat unter Linux kein echtes virtuelles Display, also bedeutet ein Headless- oder Auflösungs-Mismatch-Host Dummy-Stecker, EDID-Overrides und handgeschriebene Modelines. Punktfunk erzeugt bei Bedarf ein virtuelles Display pro Compositor (KWin, gamescope, Mutter, Sway) in genau der Auflösung des Clients — siehe Virtuelle Displays und Headless-Streaming unter Linux.
HDR
HDR über Sunshine/Moonlight wirkt oft ausgewaschen (Tone-Mapping-Konflikte, 10-Bit-Lücken). Auf Windows-Hosts fährt Punktfunk einen echten 10-Bit-HDR-Pfad — handelt die HDR-Fähigkeit des Clients vorab aus und schleust HDR sogar über eine selbst geschriebene Schicht in Vulkan-Spiele. HDR auf Linux-Hosts ist noch in Arbeit. Siehe HDR, das wirklich nach HDR aussieht.
Native Clients statt eines plattformübergreifenden Clients
Moonlight ist ein einzelner plattformübergreifender Client — große Reichweite, aber eine UX nach kleinstem gemeinsamen Nenner. Punktfunk liefert pro Plattform einen nativen Client: iPhone/iPad/Apple TV/macOS (Swift + VideoToolbox), Linux (GTK4), Windows (WinUI 3), Android und das Steam Deck über ein Decky-Plugin — jeweils mit nativen Controllern, HDR und Suspend/Resume.
Protokoll und Transport
Moonlight spricht NVIDIAs GameStream-Protokoll. Punktfunk spricht GameStream ebenfalls (Standard-Moonlight funktioniert also), und dazu sein eigenes punktfunk/1-Protokoll: eine QUIC-Steuerebene plus eine gehärtete Datenebene mit GF(2¹⁶)-FEC und AES-GCM. Es ist darauf ausgelegt, GameStreams ~1-Gbit/s-Grenze zu überschreiten und bei verlustbehaftetem WLAN robust zu bleiben.
Codecs und Auflösung
Beide Stacks können H.264, HEVC und AV1 — beim Codec gibt es keinen Vorsprung. Wo Punktfunk vorn liegt, ist das Display selbst: validierte, beliebige Auflösungen bis 5120×1440 bei 240 fps, pro Sitzung passgenau zum Client gebaut — siehe Ultrawide und 32:9 streamen.
Sicherheit und Pairing
Sunshine paart über das alte GameStream-Verfahren. Punktfunks natives Protokoll nutzt SPAKE2-PIN-Pairing, sodass die PIN selbst nie über die Leitung geht; danach pinnt es die Identität jedes Geräts und verschlüsselt jeden Stream mit AES-GCM. LAN-Hosts tauchen automatisch per mDNS auf, und Trust-on-First-Use ist strikt optional.
Controller
Weil jeder Client wirklich nativ ist, kommen Controller vollständig durch. Beim DualSense heißt das Gyro und Motion, das Touchpad, Rumble, die Lightbar und Player-LEDs sowie adaptive Trigger — von Anfang bis Ende durchgereicht statt auf ein generisches Gamepad reduziert.
Nette Extras
Ein paar Annehmlichkeiten: Deine installierten Steam-Spiele werden direkt aus lokalen Dateien erkannt — ohne API-Key — samt Artwork und startbereit; ein eingebauter Speed-Test schickt Füll-Daten über die Datenebene, damit der Client eine sinnvolle Bitrate wählt; und du kannst dein Mikrofon an ein virtuelles Mikrofon auf dem Host durchreichen, etwa für Voice-Chat.
Wo Sunshine + Moonlight weiter vorn liegen
Reife und Reichweite. Die Community ist enorm, die Moonlight-Client-Liste ist unerreicht (inklusive alter und Nischen-Hardware), und das Ganze ist über Millionen Setups erprobt. Punktfunk ist jünger und zuerst auf Linux-Hosts ausgerichtet. Wenn Client-Breite und erprobte Stabilität deine Priorität sind, sind Sunshine + Moonlight schwer zu schlagen.
Wer Punktfunk ausprobieren sollte
Wenn du auf einem Headless-Linux-Host mit Virtual-Display-Hacks kämpfst, HDR willst, das wirklich stimmt, einen echt nativen Client auf dem Steam Deck oder Apple TV möchtest oder einen modernen Rust-Transport, der auch in wackligen Netzen hält — dann ist Punktfunk genau für diese Reibungspunkte gebaut. Ansonsten bleiben Sunshine + Moonlight eine super Standardwahl.