Multi-Seat-Streaming unter Linux: Jeder bekommt sein eigenes Spiel
Ein Linux-Host kann jedem streamenden Gerät ein eigenes Spiel geben: eigenes Bild, eigene Eingabe, eigener Ton und eigenes Mikro, auf Wunsch auch ein eigenes Steam.
Verbindet sich eine zweite Person mit einem typischen Streaming-Host, bekommt sie deinen Bildschirm: gleiches Bild, gleicher Ton, ein Mauszeiger. Unter Linux kann Punktfunk stattdessen jedem Gerät ein eigenes Spiel geben.
Ein gamescope pro Gerät
Mit Dedizierte Spiel-Sitzungen läuft jedes Spiel, das ein Gerät aus seiner Punktfunk-Bibliothek startet, in einem eigenen headless gamescope, in Auflösung und Bildrate dieses Geräts. Jede Sitzung bekommt:
- ein eigenes Bild;
- eine eigene Tastatur- und Mauseingabe, die nur in diesem Spiel landet;
- einen eigenen Ton;
- ein eigenes Mikro für den Voice-Chat. Dafür braucht es PipeWire 1.6 oder neuer.
Verbindet sich dasselbe Gerät neu, landet es wieder in seinem eigenen Spiel.
So schaltest du es ein
- Installier gamescope 3.16.22 oder neuer auf dem Host. Ohne gamescope fällt Dediziert auf Auto zurück.
- Öffne in der Web-Konsole Anzeigen und stell Dedizierte Spiel-Sitzungen auf Dediziert.
- Lass Ein zweites Gerät verbindet sich auf Bekommt eigenen Bildschirm, wie in der Voreinstellung Standard.
- Das Spiel lebt so lange wie sein Bildschirm, und den hält Standard nach einem Verbindungsabbruch 10 Sekunden. Soll das Spiel auf dich warten, wähl unter Nachdem ein Gerät sich trennt die Option Behalten bis freigegeben.
Zwei Steam-Spiele gleichzeitig
Steam per seat gibt jedem gekoppelten Gerät ein eigenes Steam-Home, sodass zwei Geräte je ein Steam-Spiel spielen, während das Desktop-Steam weiterläuft. Ohne teilen sich alle Sitzungen ein Steam. Du findest es unter Host → Einstellungen, Erweiterte zeigen, Gruppe Spielmodus; die Zeile heißt auch in der deutschen Konsole „Steam per seat“.
- Jeder Seat meldet sich einmal bei Steam an. Ein Konto spielt immer nur auf einem Seat, zwei Leute brauchen also zwei Konten.
- Seats nutzen deine Bibliotheksordner, nichts wird doppelt installiert. Nötig ist ein natives Steam, nicht das Flatpak.
- Pads per seat zeigt dem Steam jedes Seats nur die Controller seines Geräts. Das braucht bubblewrap (
bwrap). Nicht-Steam-Spiele und das eigene Steam des Hosts sehen weiter jedes Pad.
Grenzen
- Eine GPU, geteilt. Zwei Spiele teilen sich GPU und Video-Encoder. GeForce-Karten begrenzen außerdem, wie viele Encoder-Sitzungen gleichzeitig laufen.
- Eine Moonlight-Sitzung pro Host. Ein zweiter Moonlight-Client übernimmt die erste.
- Nur gestartete Spiele. Ein Desktop-Stream, der eigene Game Mode des Hosts oder ein KDE- oder GNOME-Desktop bleibt eine geteilte Sitzung.
- Windows gibt einem zweiten Gerät ebenfalls einen eigenen Bildschirm, aber als weiteren Monitor desselben Desktops.
Alle Details: Dedicated game sessions und Steam per seat. Hintergrund: Headless-Streaming ohne Dummy-Stecker.